Neubeginn in Göttingen: Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft nimmt Arbeit auf

Neuausrichtung mit Fokus auf die zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit

23. März 2026

Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das „Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften“ in Göttingen im Zuge einer wissenschaftlichen Neuausrichtung in das „Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft“ umzubenennen. Das Institut widmet sich drängenden Fragen – darunter Anfechtungen demokratischer Institutionen, soziale Ungleichheit, Migration sowie soziale und politische Konflikte. Ziel ist es, zu einem international sichtbaren Forschungszentrum zu werden, das fundierte, evidenzbasierte Erkenntnisse liefert, die für Politik und Gesellschaft von unmittelbarer Relevanz sind.

„Mit dem neuen Institut können wir drängende Fragen des sozialen und politischen Wandels umfassend analysieren. Dabei nutzen wir politikwissenschaftliche und soziologische Zugänge, die wir zugleich breit interdisziplinär verankern“, erklären die neuen Direktor:innen Prof. Dr. Ursula Daxecker und Prof. Dr. Steffen Mau.

Zwei Abteilungen aktiv – dritte in Planung

Das Institut gliedert sich in drei Abteilungen, von denen zwei bereits aktiv forschen. Gemeinsam richten sie ihren Fokus auf die politische Dimension gesellschaftlicher Konflikte und Transformationen.

In der Abteilung „Politische Institutionen und Konflikt“ untersucht Prof. Dr. Ursula Daxecker, wann Gewalt zur politischen Strategie wird und unter welchen Bedingungen Institutionen sie eindämmen können. Sie analysiert, wie institutionelle Strukturen Konflikte beeinflussen, mit besonderem Fokus auf den Globalen Süden. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Bedrohung der Demokratie, die Strategien neuer politischer Akteure, die extreme oder sogar gewalttätige Mittel verwenden, sowie die weitreichenden Folgen dieser Veränderungen für Politik und Gesellschaft. 

In der Abteilung „Ungleichheit, Transformation und Konflikt“ untersucht Prof. Dr. Steffen Mau, wie gesellschaftliche Transformationen neue Konflikte erzeugen und welche Ungleichheiten politisch umkämpft sind. Der Makrosoziologe analysiert, wie weitreichende gesellschaftliche Umbrüche – von wirtschaftlichen Umstrukturierungen über politische Veränderungen bis hin zu Migration – etablierte soziale Ordnungen verschieben und dabei neue Spannungen um Verteilung, Anerkennung und Zugehörigkeit erzeugen.

Eine dritte Abteilung ist derzeit noch in Planung.

Über das Institut

Mit der Neuausrichtung tritt das Institut die Nachfolge des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften an. Unter der Leitung seines Gründungsdirektors Prof. Dr. Steven Vertovec hat es sich zu einem weltweit anerkannten Zentrum für die Untersuchung gesellschaftlicher Vielfalt entwickelt. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, wird Vertovec sein Amt als Geschäftsführender Direktor noch bis Ende 2026 weiterführen.

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