Forschungsbereiche

Direktor: Prof. Dr. Ursula Daxecker
 

Institutionen und Gewalt
Institutionen prägen politisches Verhalten. Es wird allgemein angenommen, dass demokratische Institutionen und offene Wirtschaftsstrukturen die Anreize für gewalttätige Konflikte verringern. Aber viele Formen politischer Gewalt sind in Demokratien überraschend hartnäckig geblieben, sei es gewalttätiges Rent-Seeking durch kriminelle Akteure, Gewalt gegen ethnische Minderheiten oder gewalttätiger Parteienwettbewerb. Die Forschung zu diesem Thema fragt, unter welchen Bedingungen gewalttätige Ordnungen neben der Demokratie bestehen können. Projekte untersuchen die Beziehung zwischen politischen und wirtschaftlichen Institutionen und politischer Gewalt, die Natur dieser Gewalt sowie ihre Folgen für politische Ergebnisse auf verschiedenen Ebenen. 

Ausgewählte Publikationen
Demokratische Politik im Wandel
Demokratie ist das Ergebnis eines historischen Ringens, in dem Massenparteien die Bürger durch Basisorganisationen mobilisiert haben. Aber was geschieht mit der Demokratie, wenn strukturelle Veränderungen – in der Wirtschaft, der gesellschaftlichen Zusammensetzung und den Medienlandschaft – die Verbindungen zwischen Parteien und Wählern zerreißen? Neue Akteure, darunter ethnonationalistische Parteien, soziale Bewegungen und politische Influencers, haben diese Lücke gefüllt – untergraben dabei jedoch oft die Demokratie. Die Forschung zu diesem Thema untersucht, wie Bürger, Parteien und neue Akteure in der heutigen Politik im globalen Norden und Süden interagieren, wie neue politische Unternehmer Wähler mobilisieren und wie sich diese Veränderungen auf den Zustand der Demokratie auswirken. Zwar bleiben Parteien wichtige Akteure bei der Artikulation von Wähleridentitäten, doch sind die demokratischen Kompromisse der Vergangenheit möglicherweise nicht mehr realisierbar.

Ausgewählte Publikationen
Die politische Ökonomie der Wahlintegrität 
Kompetitive Wahlen sind das Herzstück der Demokratie. Diese grundlegende Rolle ist jedoch gefährdet, wenn Autokraten Wahlverfahren untergraben, teure Wahlkampagnen den Prozess korrumpieren und Akteure auf Social-Media-Plattformen ihn stören. Diese Probleme sind im Globalen Süden, wo Demokratie weniger institutionalisiert und organisatorisch verankert ist, noch dringlicher. Die Forschung zu diesem Thema untersucht aktuelle Bedrohungen für die Wahlintegrität, die sich aus der wachsenden Rolle des Geldes in der Politik, subversiven Akteuren und veränderten Informationsumgebungen ergeben. Dabei wird gefragt, ob die Bedenken hinsichtlich Fehlinformationen berechtigt oder übertrieben sind, untersucht was die Auswirkungen teurer Wahlkampagnen auf die Wahlintegrität sind, und der Frage nachgegangen, wann und wie das Vertrauen der Wähler in Wahlen wiederhergestellt werden kann.

Ausgewählte Publikationen
Zur Redakteursansicht